Wohnungsloser Mann erzeugt mit rührender Geste große Hilfsbewegung

Schwalbes Geschichte verbreitete sich schnell über die Stadtgrenzen hinaus. Bundesweit berichteten die Medien über die Aktion. Aus 200 Euro wurden innerhalb kurzer Zeit mehrere Tausend. Ein Mensch, der selbst fast nichts hat, teilt das Wenige mit anderen. Schwalbes menschliche Tat wirkte ansteckend. Viele ließen sich von der Geste des wohnungslosen Mannes berühren. Der Sozialdienst katholischer Frauen Stuttgart (SkF), Empfänger der Spende, macht aus Schwalbes Aktion nun dauerhafte Hilfe für Frauen in Not. Am 12. Juni gründete der SkF in Stuttgart die "Stiftung Schwalbennest" in Form eines Stiftungsfonds unter dem Dach der CaritasStiftung Lebenswerk Zukunft. Dabei wirkten weitere rund 40 Gründungsstifter und -stifterinnen mit und zahlreiche Spenderinnen und Spender mit, sodass sich das Gründungskapital auf insgesamt rund 60.000 Euro summierte.
Schutz, Stabilität und Perspektiven für Frauen schaffen
Schwalbe, der Initiator und "Anstifter" der Stiftung Schwalbennest, im Gespräch mit Svenja Gruß, der Vorständin des SkF.
Die Stiftung soll Frauen in prekären Lebenslagen, insbesondere wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen, unterstützen und ihnen Schutz, Stabilität und neue Perspektiven geben. Sie fördert Maßnahmen der Wohnungsnotfallhilfe, der sozialen Begleitung sowie der Schaffung und Sicherung von Wohnraum für besonders hilfebedürftige Frauen. Die Schwalbennest-Stiftung ist ein Teil-Verbrauchsstiftungsfonds. Das bedeutet: Ein Teil des Kapitals ist Ewigkeitsvermögen, das unangetastet bleibt, der andere Teil gilt als Verbrauchsvermögen. Letzteres wird entsprechend dem Stiftungszweck verbraucht, höchstens zu einem Zehntel des Stiftungsvermögens. Gudrun Nopper, Ehefrau des Stuttgarter Oberbürgermeisters, ist Schirmherrin der Schwalbennest Stiftung.
Das "Schwalbennest" trägt Schwalbes Geste weiter, sichtbar und respektvoll. So wurde aus einem Weihnachtsmoment und Mitgefühl nachhaltige Unterstützung für Frauen. Schwalbe selbst formulierte es gegenüber Svenja Gruß, der SkF-Vorsitzenden, schlichter: "Ich brauche nichts. Ich habe, was ich brauche. Die Leute können das Geld euch geben und ihr gebt es an Menschen in Not weiter."


