Mann der ersten Stunde – fast 20 Jahre die Geschicke von Lebenswerk Zukunft bestimmt
Als "Mann der ersten Stunde" prägte der Rottenburger Weihbischof Johannes Kreidler die Geschicke der CaritasStiftung Lebenswerk Zukunft von Anfang an. Die wichtigen Entscheidungen wurden unter seiner Leitung im Stiftungsrat getroffen.Diözese Rottenburg-Stuttgart/Rainer Mozer
Dem Stiftungsrat als Aufsichtsgremium, das sich mit der strategischen Ausrichtung und Weiterentwicklung der Stiftung befasst, saß Johannes Kreidler fast 20 Jahre vor. Sein Anliegen war stets, die Stiftung in all ihrer Vielgestaltigkeit weiterzuentwickeln. Seine Reden, Vorträge und Beiträge waren geprägt von einer hohen Wertschätzung für die Stifterinnen und Stifter und zeugten von großem Respekt vor der lebendigen Stifter-Familie. Auch der Vorstand der CaritasStiftung profitierte von der Erfahrung und dem Fachwissen Kreidlers. Imme wieder brachte er seine fachkundige Expertise ein - als Mann der leisen Töne diplomatisch, jedoch verbindlich in der Sache.
Studentenunruhen von 1968 erlebt
1946 wurde Kreidler in Grünmettstetten (bei Horb) als Sohn eines Maurers geboren. Schon als Kind musste er in der elterlichen Landwirtschaft mitarbeiten. Kreidler studierte von 1966 bis 1970 katholische Theologie in Tübingen und Paris, erlebte dabei die Studentenunruhen. 1972 wurde er zum Priester geweiht. Er war Vikar in Stuttgart, Bad Cannstatt und anschließend Sekretär der Bischöfe Carl Joseph Leiprecht und Georg Moser. Seit 1980 war er Assistent von Professor Walter Kasper an der Universität Tübingen. Von 1986 bis 1991 war er Direktor des Rottenburger Priesterseminars. 1991 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Bis 2004 leitete Kreidler die Hauptabteilung I des Bischöflichen Ordinariats und war zuständig für die Priester- und Theologenausbildung sowie für die religionspädagogische Ausbildung der pastoralen Dienste. Danach übernahm er die Hauptabteilung VIII - Liturgie, Kunst, Kirchenmusik, Architektur und Denkmalpflege.